Die geometrische Auslegung eines Tonarms dient dazu, Verzerrungen beim Abtasten einer Schallplatte zu minimieren.
Eine charakteristische Erscheinung beim Hören einer Schallplatte mit einem Drehtonarm sind zu- und abnehmende Verzerrungen. Geometrisch bedingt entstehen diese durch die falsche (nicht tangentiale) Lage der Nadel zur Tonrille. Weniger störend empfunden wird der Fehlwinkel kurz nach der Einlaufrille, da hier die Umfangsgeschwindigkeit höher ist.

Beim SL-12X0MXX & LTD, als auch beim SL-M1 ist der Fehlwinkel 2°32' bei der Einlaufrille und
0°32' bei der Auslaufrille einer 30 cm-Platte wenn:

rt = 230 mm ... effektive Länge des Tonarms
ue= 15 mm ... Überhang
kr = 22° ... Kröpfungswinkel

sind.

Berechnungsformel für Spurfehlwinkel

rp ... Nadelposition (Abstand vom Tellermittelpunkt). Nach IEC-Norm in einem Bereich von 60.375 ... 146.05 nach DIN 57,15 ... 146,30 (wird nicht mehr verwendet)
rt ... effektive Länge des Tonarms
ue ... Überhang
kr ... Kröpfungswinkel

Der Verlauf des Fehlwinkels für einen Kröpfungswinkel von 22° läßt sich aus dem folgenden Diagramm ablesen

Etwas besser sieht es mit einem tangentialen Dreher aus, der Tonarm ist oft nicht viel länger als das System selbst und verfährt in fast linearer Geschwindigkeit.

Durch die Integration des Fehlers über den Radius erkennt man, dass sich bei einem 15 mm Überhang, wie auch bei Technics angegeben, der beste Kompromiss befindet.

© 2004 Hans Christian Tulke. Alle Rechte vorbehalten